Geschichte

Geschichte Gut Zollhaus

Luftaufnahme Gut Zollhaus in Türkheim Tierarzt Dr. Hebeler

Rückblick

Bereits im Jahr 1084 wurde Unterirsingen, aus dem später das Gut Zollhaus hervorging, erstmals urkundlich erwähnt.  Ein welfischer Dienstmann schenkte das Anwesen dem welfischen Kloster Weingarten. 1237 verkaufte Ritter Eberhardus de Schonegge dem Kloster Steingaden das Patronatsrecht über das Gut Zollhaus um “ 30 Pfund Pfennige“.

1284 schenkte Augsburger Bischof Hartmann von Dillingen dem Kloster Steingaden die beiden Kirchen in Irsingen und Zollhaus. Zoll und Vogtei lagen bei der Herrschaft Augsburg. Der Klostervogt in Wiedergeltingen hatte die niedere Gerichtsbarkeit, die Herrschaft Schwabegg die hohe Gerichtsbarkeit. 1467 erwarben die Gebrüder von Frundsberg das Gut.

Hier am Gut Zollhaus wurde die ehemalige von Augsburg über Türkheim nach Kempten führende Römerstraße durch die alte Ost-West-Handelsstraße Prag/ München/ Lindau gekreuzt.
Später wurde auf dieser Straße der gesamte Salzhandel zwischen Altbayern und Oberschwaben abgewickelt. Über den Wertachübergang in Unterirsingen, dem heutigen Zollhaus, heißt es in einer Urkunde von 1461 : „Die Bruck daselbst ist unser und geit man ze Zoll der Wagen 1 Pfennig und gibt uns jeglicher ain Salzscheiben – und der Zoll soll die brucken machen helfen.“

Im Jahre 1785 verlieh Kurfürst Karl Theodor von Bayern der „Zollner-Wirtin zu Unterirsingen“ die Braugerechtigkeit. In den kommenden Jahren wurde hier treffliches Bier gebraut, das die Wirtschaften der Umgegend versorgte.

Fassadenmalerei am Zollhaus Tierarzt Dr. Hebeler Gutsgebäude in Türkheim bei Buchloe, MIndelheim und Bad Wörishofen

Von jahrtausendealter Tradition als „Reichshof“ kündet die Malerei an der Fassade des Gutshofes Zollhaus. Auf dem farbigen Wandgemälde ist eindrucksvoll der Alltag in früheren Zeiten dargestellt. Eine Kutsche nähert sich der Zollschranke, die ihr den Weg versperrt; zwei Bauern führen ihre Kuh auf die Weide und davor zockelt ein Planwagen, dessen Fahrer seinen Zoll-Obulus offensichtlich bereits entrichtet hat. Seit dem achten Jahrhundert diente diese geräumige Anlage durchziehenden Heeren als Versorgungs-stützpunkt und Marketenderei. Zuletzt wurden dort Postkutschen versorgt und mancher Humpen schäumenden Gerstensaftes gereicht, ebenso wie der einquartierte Haufen Frundsbergscher Landsknechte hier “ Suff und Fraß“ verabfolgt bekam.

Kapelle des Gut Zollhaus von Tierarzt Dr. Hebeler in Türkheim bei Buchloe, MIndelheim und Bad Wörishofen

Dort, wo um die Mitte des 8. Jahrhunderts die Reichshofkirche St.Peter stand, befindet sich die jetzige Kapelle Peter und Paul, die 1733 im Beisein des Augsburger Bischofs geweiht wurde. Ein noch vorhandenes Votivbild in der Zollhaus-kapelle aus dem Jahre 1767 gibt Zeugnis, daß die Kapelle damals Wallfahrtskirche war, und die Gläubigen aus der Umgebung besonders an den Samstagen und den Vortagen von Marienfesten ihre Sorgen und Nöte zur Muttergottes brachten.

Man kann gar wohl fragen: Was wäre der Mensch ohne die Tiere?
Aber nicht umgekehrt: Was wären die Tiere ohne den Menschen?

(Christian Friedrich Hebbel)